1.3.2009

Da ist wieder mal ein Sumpfloch aufgetaucht, hat nach mir gerufen und ich bin wieder mal willig hineingestolpert. Ich habe wie so oft versucht, anderen Menschen die Verantwortung für mein Glück zu geben. Und das ist falsch, dafür ist niemand anderes als ich selber zuständig. Nun heißt es also wieder mal loslassen, besonders die Erwartungshaltungen anderen gegenüber. Denn ich mag damit aufhören, mich schlecht und ungeliebt zu fühlen, wenn andere nicht das tun, was ich gerne hätte.
Die Menschen auf dem Seelenpfad sehen in mir die Liebe, die da wirkt. Nur ich selber kann sie nicht spüren. Was lässt mich immer noch im außen suchen, wenn sie denn doch in mir ist? Was braucht es, dass ich die Liebe nicht nur zu anderen fließen lassen kann, sondern auch zu mir? Ich kann es einfach nicht sehen. Aber egal, ich werde nun also bewusst von anderen nichts mehr erwarten. Vielleicht füllt sich dann ja die Leere mit meiner eigenen Liebe. Ich freue mich drauf.


Nachtrag zu 1.3.2009

Gestern Abend ist überraschend noch mein kleines Mädchen zu Besuch bei mir vorbei gekommen. Sie hat mich nach meiner Kindheit gefragt. Und mir sind ein paar Begebenheiten mit Tieren eingefallen: Wildenten, die sich auf meinem Schoss füttern liesen - Pfauen-Mütter, die ihre kleinen unter dem Gefieder wärmend, mich so nah heran ließen, dass ich sie streichen konnte. Kanarienvögel, die auf meinem Finger eingeschlafen sind. Und ein eine Ente mitten auf der Strasse sitzend habe ich mich erinnert. Ich sah sie auf meinem Schulweg nach Hause und habe mich zu ihr gesetzt, um sie davon zu überzeugen, dass dies kein guter Ort zum Sitzen ist. Sie hat mir interessiert zugehört, aber blieb sitzen.

Heute würde ich sagen, damals floß eine Liebe in mir, die ich dann lange wieder vergessen habe. 

Und auch noch ein paar Spielsachen von mir sind mir in Erinnerung gekommen, an die ich schon lange nicht mehr gedacht habe.

Mein kleines Mädchen hat fasziniert zugehört. Ich übrigens auch, denn so manchen hatte ich noch nie in dieser Häufung gesehen. Da waren Dinge, die besonders an mir waren. Und ich mußte mich nicht anstrengen oder etwas dafür leisten. Aber als solchen habe nicht mal ich sie gesehen, geschweige denn meine Umwelt. 

 

2.3.2009 

Ich habe beschlossen, meine Arbeit nicht als Kampf gegen den unermässlichen Berg an Unerledigtem zu sehen. Jetzt nach 8 Stunden durchgängigem Schaffen ist der Berg nicht kleiner geworden, aber ein Teil der Webseite für Damir ist fertig. Ein Kraftakt, der Kraft gekostet hat. Für Damir ist es ein großes Stück für eine bessere Zukunft. Er ist erleichtert, und ich konnte - nun ja fast - den ganzen Tag in dem Gefühl bleiben, dass es für Menschen wichtig ist, was ich hier tue. Auch wenn ich den direkten Sinn nicht immer in seiner Bedeutung erfassen kann.

Trotzdem sitzt mir die Angst im Nacken, dass so einiges in diesem Stapeln hier mich bald einholen wird Aberich  kann jetzt noch meine einfache Webseite fertigmachen und mit dem ersten Leben füllen. Arbeit und mein Leben sind vielleicht doch vereinbar? Naja fast, denn zum Leben gehört ja auch Essen, und das ist heute deutlich zu kurz gekommen. Ich arbeite daran.

Das erste Telefonat mit Andrea, meiner Wachstumspartnerin auf der Reise ins wilde Land, - warum sind auch einmal so viele Menschen mit dem Namen Andrea um mich herum wichtig? - hat mich daran erinnert, dringend noch etwas in mein Reisegepäck zu nehmen:Gottvertrauen. Sie es auch noch so klein, es darf durch Erfahrungen wachsen.

 

3.3.2009

Was gibt es interessanteres als sich mit Menschen zu unterhalten, sich mit ihnen auszutauschen, ihre Meinung zu erfahren und als neue Impulse für die eigene Entwicklung zu nehmen? Nicht viel scheint mir. Und was mache ich hier vor meinem Computer? Ich mag raus, ich mag mich austauschen. Ich fühle mich wie in einer Wattewelt, abgeschottet von den anderen. Auch wenn Menschen um mich herum sind, so ist doch meine Aufmerksamkeit nie ungeteilt, die Zeit für die ausschließliche Konzentration auf den anderen ist immer knapp. Ist es das, was mich so unzufrieden macht? Was mich immer wieder neidisch auf andere schauen läßt? 

 

6.3.2009

Heute ist etwas ganz neues in mein Leben aufgetreten: eine Zufriedenheit, so wie es ist. Noch nicht in allem, aber es scheint mir nicht mehr unmöglich, auch mein Büro zu etwas zu verwandeln, was nur  noch Spaß macht. Gestern Abend war da ein Gefühl von "Ich bin das wichtigste", und es fühlte sich gut an. Und obwohl es mich heute Nacht wieder aus dem Bett getrieben hat und ich einen lange überfälligen Entwurf samt Angebot gemacht habe, war ich heute den ganzen Tag in meiner Kraft.

Ich habe den Hinweis bekommen, dass ich nicht so kritisch mit mir sein soll. So will ich mal schauen, was alles gut ist, wie es ist - einfach so.

Meine Wohnung bietet mir alles was ich brauche, und bald werde ich einen Kaminofen im Wohnzimmer stehen haben. Ich freue mich drauf!
Meine Arbeit macht mir Spaß - nur der Zeitdruck und das Hinterher-Hecheln darf noch gehen.
Es sind so viele Menschen um mich herum, die mich liebgewonnen haben und mich wertschätzen. Und ich bekomme dies täglich gespiegelt.
Ich kann mich auf das freuen, was da kommen mag. Es entwickeln sich gerade so viele Möglichkeiten, die es alle wert sind, daran teilzuhaben.
Meine Bilder, die ich zeichne, werden immer intensiver. Ich habe die ersten Kaufinteressenten. Das tut unglaublich gut.
Ich erlebe mit Andrea eine Büro- und Mittagsessen-Gemeinschaft, die so angenehm ist, da sie trotz der Nähe nicht einengt.
Meine Umgebung - fast Fremde - sagen mir, dass ich so entspannt aussehe. Und ich bin es auch trotz all dem Trubel hier.
Ich habe die Ruhe, immer auch etwas am Tag für mich zu tun, auch hier im Büro. Ohne in Hetze zu verfallen oder ein schlechtes Gewissen zu bekommen. Naja, Anflüge sind da, aber es ist kein Vergleich zu früher.

Ich sollte öfter die Haben-Seite meines Lebens anschauen, es tut gut. 

 

9.3.2009

Was ist da noch an meiner Arbeit im Büro, das mich festhält? Ich fühle, dass sich etwas ändern wird, aber das, was sich jetzt als Möglichkeit zeigt, ist schon wieder zu viel. 

Es besteht vielleicht die Möglichkeit, dass eine Bekannte den gesamten Bereich Werbeagentur - bis auf die Gestaltung, das ist nicht ihrs - übernehmen mag. Es ist bisher nur ein Gedankenspiel, aber wir setzen uns mal zusammen und schauen, ob es für sie paßt und auch vom finanziellen langt. Sie sehnt sich nach einem nicht mehr Chef-bestimmten Arbeiten. Und mir ist es ja eigentlich alles zu viel und ich sage immer, es darf gehen.

Aber jetzt, wo es ein konkretes, wenn auch nur Gedankenspiel ist, jetzt bekomme ich auf einmal Bedenken. Was kann ich nicht loslassen?
Angst den finanzellen Boden zu verlieren? Das läßt sich ausrechnen. Und ich mag ja meine Zeit in neue Projekte stecken, dann wird es da auch einen Ausgleich geben. Wenn es diese Angst ist, dann ist sie nicht verstandesbedingt, dann sitzt sie tiefer.
Definiere ich mich noch immer durch meine Arbeit und das Gebraucht werden? Dann darf ich an diesem Punkt noch kräftig arbeiten.
Mag ich nur meiner Mutter nicht Recht geben, die doch Angst hat, dass ich alles, was ich mir aufgebaut habe, wegwerfe. Was habe ich mir aufgebaut? Eine Firma, gut, aber viel wichtiger ist doch, dass ich mir Fähigkeiten angeeignet habe, die ich nun anders nutzen kann und mag. Etwas aufbauen heißt doch nicht, sich daran zu ketten.
Ist es die Angst, dann wirklich Farbe zu bekennen und den neuen Weg zu beschreiten? Alte Ufer loslassen, sich in die Mitte des Stromes treiben zu lassen und dort mit anderen neue Wege zu beschreiten. Soweit scheine ich noch nicht zu sein. Dieses Vertrauen, dass alles gut wird - sprich im endgültigen Sinne Gottvertrauen - ist nur halbherzig. Das was ich so oft sage, dass fühle ich noch nicht. Auf jeden Fall nicht so, dass mein ganzes Herz jubeln würde bei dieser Möglichkeit.

Da wünsche ich mir permanent etwas, und wenn es dann die Möglichkeit gibt, dass es wahr wird, dann schrecke ich zurück. Ich verstehe mich gerade selber nicht.

Also, positiv denken:
Was würde bei der angedachten Situation herauskommen?
Es gäbe keinen Grund mehr, zu bestimmten Zeiten regelmäßig im Büro zu sein. Die Freiheit, die ich mir gerade wünsche, pefekt.
Ich kann Kunden besuchen und Entwürfe machen. Das ist meins, das macht mir Spaß. Die übrige Abwicklung der Realisierung und laufenden Kundebereung kann ich abgeben. Auch hier perfekt, ich mag nicht mehr so lange vor dem Computer sitzen. Mich scheinen Menschen zu rufen.
Ich habe dann endlich Zeit, mich um Seelenpfad, HörSignale und all die anderen Projekte zu kümmen, die schon so lange hier vor sich hinschlummern. Auch das ist das, was ich mir gut vorstellen kann.

Bleibt nur noch das finanzielle, dass ich für mich klären muß. Aber mein Gefühl sagt mir, dass auch das sich einrichten lassen wird.

Also, was macht mir schon beim Durchdenken dieser Gedankenmöglichkeit so viel Angst? Was verhindert, dass ich nicht voll Freude jubelnd alles so arangiere und plane, dass es auch für meine Bekannte ein Möglichkeit ist, die sie eingehen mag? Was ist das, was mich hält?

Ich mag nichts planen, ich mag mir nur die Offenheit erarbeiten, dass es eine Möglichkeit ist, die eintreten darf. Aber schon das ist vom Gefühl her gerade schwer.


22.03.2009

Es ist lange her, dass ich bewußt auf der Reise war. Aber ich bin mitten drin, was die Veränderung angeht, auch wenn ich mich schon lange nicht mehr um mein kleines Mädchen gekümmert habe. 

Beim letzten Seelenbegegnungswochenende habe ich eine Kraft und eine Zuversicht gefunden, wie ich sie bisher noch nicht kannte. Nur ist es schwer diese bei mir zu behalten, denn ich werde gerade gut auf die Prüfung gestellt, das die Gelassenheit auch wirklich bei mir bleiben darf. Defekte Festplatten, Stuernachzahlungen, die hoffentlich auf einem Rechenfehler beruhen, Absagen von Mitarbeitern.... es war jeden Tag etwas dabei, wo ich früher ausgerastet wäre. Es ist viel, aber ich glaube noch immer daran, dass es gehen kann. Ohne mich dabei wieder völlig aus den Augen zu verlieren. 

Da entwickelt sich ein Pflänzchen Gottvertrauen, ober besser Vertrauen in das Göttliche. Ein Vertrauen, dass mein Leben getragen ist. Nur der verspannte Nacken straft meine Worte noch Lügen, das muß ich zugeben.

Langsam kommt wieder die Lust auf die Reise und das Werkzeug dazu. Ich habe gestern das erste Mal mit der CD den BodyFlow ausprobiert. Arabell ist schier ausgerastet, als Frauchen wie wild mit den Armen gewedelt hat und sich gegen etwas gewehrt hat. Waren es die Zweifel und die Traurigkeit, die sich langsam wieder anschleichen? Wie auch immer, es tat gut.  Ich werde das häufiger Tun, Arabell wird sich daran gewöhnen.

Das Buch von Willigis Jäger über Körpergebete spricht mich auch gerade an. Die körperliche Umsetzung, von dem was meine Seele gerade fühlt, scheint gerade Raum zu brauchen. Was auch im Hula zu sehen und spüren ist, dass Gebete eine Geste finden können, ist in den im Buch beschriebenen 18 Urgesten auch zu spüren. Es ist ein getanztes, bewegtes Gebet. Überhaupt regt sich in mir immer mehr der Wunsch zu beten. Ich spreche mit Mutter Erde und den Himmelrichtungen schon seit einiger Zeit. Und es wird immer mehr zum Gebet. Und der körperliche Ausdruck dazu ist stimmig für mich. Mal sehen, was sich daraus entwickelt.

Malen ist wieder wichtig für mich. Hier ist interessant, dass jetzt immer mehr Menschen erscheinen. Und ich kann sie zeichnen, ich bin immer wieder aufs neue erstaunt, was alles geht. Ich weiß, wie es sich anfühlt, also kann ich es auch aufs Papier bringen. Egal ob es der Wind in den Haaren ist, oder ein Grashalm in der Wiese. Wenn ich zeichne, bin ich der jeweilige Gegenstand. Einfühlen, Hinspürem, Beobachten, das alles ist zeichnen für mich. Es geht inzwischen über das Sehen hinaus.

 

29.03.2009

Irgendwas ist heute morgen anders. Nach dem ganzen Stolpersteinen und Stolpersteinchen in den letzten beiden Wochen und diesem altbekanntem Gefühl, das ich das alles nicht schaffe, ist es gerade ruhig. So ruhig und entspannt, dass ich nicht mal an mein heute noch anstehendes Arbeitspensum denken muß. 

Was ich jetzt gerade empfinde erscheint mir aber flüchtig. So flüchtig, wie bei einigen Forschern Atomare Verbindungen, die sich immer wieder auflösen. Aber sie sind da, und sie sind der Anfang von einer festen Größe. Ich falle immer wieder in meine alte Betriebsamkeit zurück, aber ich kann auch immer schneller wieder in das andere wechseln. 

Ich fühle mich irgendwie und irgendwo - besser bei mir -  angekommen. Ich habe (gerade, siehe oben, das wechselt eben) nicht mehr das Bedürfnis nach mehr. Es ist gut so, nur etwas ruhiger darf es werden. Ich mag keinen größeren Aufträge mehr, sogar 2 Neukundenanfragen werde ich morgen absagen. Das ist komplett neu. Aber wozu denn noch mehr. Ich schaffe es eh nicht, und ich will doch weniger arbeiten. Heute scheint mir der Schritt logisch, die Angst scheint heute woanders tätig zu sein. 

Ich habe auch nicht das Gefühl, meine "spirituelle Entwicklung" vorantreiben zu wollen. Ich brauche nicht mehr, erleuchtet werden dürfen gern andere. Ich habe so viele liebe Menschen um mich, die mir schon immer wieder Impulse geben werden, so das es weiter geht.

Es ist ein angekommen sein mit dem Wissen, dass es weitergehen wird. Nur brauche ich nichts bewußt beschleunigen. Es ist nicht das Ziel wo ich gerade bin - wenn es das denn überhaupt gibt - sondern eine Strecke, die gerne so anhalten kann.  Aber ich fühle, dass es weiter geht, das ich mich weiter entwickeln werde, wohin auch immer. Nur besteht kein Handlungsbedarf mehr wie vor 2 Jahren. Da mußte sich was ändern, ansonsten hätte es einen Knall gegeben. 

Es ist erstaunlich, was ich hier schreibe. Denn meine Nase und meine Lunge sind noch immer so wie vor ein paar Monaten, vielleicht sogar wieder noch genervter von was auch immer und deshalb gereizt. Ich hatte das immer als Barometer für mich genommen, wo ich denn jetzt gerade stehe. Ist es schon wieder das Ertragen und sich daran gewöhnen, wie ich es seit 15 Jahren gemacht habe? Es fühtl sich anders an, auch das wird sich ändern. Natürlich ist das eine vom anderen abhängig, aber auch getrennt.

Diese Angekommensein drückt sich auch in diesem Bild für mich aus. Es gibt mir gerade viel Kraft. Für andere braust da ein Sturm, aber für mich ist es ein Lüftchen, dass etwas bewegen will. Es entfernt ein paar Schleider, die gehen dürfen. Es ist für mich eine Geborgenheit ind diesem großen Göttlichen, das so angenehm ist.

Ina kommt nachher zum Brunchen. Sie mag vielleicht hier etwas von dem Büro-Grafik-Bereich übernehmen. Aber auch da ist nicht mehr die Bange Hoffnung da, dass es unbedingt sein müßte. Ich werde nicht darauf warten, denn dann würde ich noch sicherlich ein halbes Jahr genauso rödeln wie bisher. Wahrscheinlich länger. Darauf habe ich keine Lust. Ich werde reduzieren, gerade habe ich die Kraft dazu. Ich werde auch ein paar Krücken an Hilfen, die eh nur dafür da sind, diesen irren Zustand hier mit letzter Kraft am Leben zu erhalten, absagen. Was ich schaffe, schaffe ich. Wenn ich eine vernünftige, praktikable Hilfe finde, dann gebe ich ab. Aber ich werde nicht mehr nach jedem Strohhalm greifen, um den Kopf noch über Wasser zu halten. Ich wünsche mir sehnsüchtig, dass ich auch in den nächsten Tagen so denke, dann kann ich etwas ändern. Ina kann nun für sich entscheiden, ob sie mag oder nicht. Ich kann sie entscheiden lassen, ohne das es für mich Leben oder Tod bedeutet. Es wird sich hier etwas ändern, ich spüre es gerade.

2 Sätze von Menschen helfen mir gerade. Peter Josef hat mich darauf hingewiesen, dass ich aufpassen soll, dass ich meinen Käfig nicht nur mit anderen Tapeten auskleide. Und Donata gab mir als Satz für unsere Gestaltungsarbeit mit "Muß es denn immer nur weiter nach oben gehen?"

Ich brauche nicht mehr - außer Zeit für mich. Ich habe das, was ich brauche. Ich habe die Fähigkeiten, die ich brauche. Und trotzdem weiß ich, dass es sich weiter verändern wird. 

Wie gehe ich jetzt mit meiner Reise ins Wilde Land um? Auch hier wollte ich ja ganz und gar einsteigen. Aber gerade läuft es anders. Es ist als Selbsetverantwortung angesagt. Wenn sich das innere Mädchen zeigt, dann werde ich es beachten. Aber wohl nicht nach Stundenplan. Das Mädchenfest fühlt sich noch immer gut an, besonders da mir Doris gerade zum Geburtstag ""3 Nüsse für Aschenbrödel" geschenkt hat. Und der Brief an meine Mutter, ja, der ist stimmig und doch zugleich auch nicht mehr. Auch in diese Richtung ist eine Gelassenheit und ein Verstehen entstanden, dass gerade so bleiben darf. Sie macht sich noch immer die größten Sorgen, ich weiß es von Rosi. Aber ich habe nicht das Bedürfnis das für sie zu ändern. Das geht soweiso nicht, es ist ihrs. Ich habe meiner Mutter in Gedanken schon alles gesagt, was ich an ihr bewundere und was mich an ihr hintert, meines zu leben. Mal sehen, ob das noch in einen Brief soll.

Alles andere an Hilfsmitteln ist gut, da geht es nicht um das innere Mädchen, sondern um den Menschen Sabine. Die Suche nach einem Kraftort in der Natur steht wirklich an. Der Body Flow war ist gut, es darf so viel undefiniertes raus, dass ich das fortführen werde. Ach ja, und das Kleingedruckte, besonders der Passus: Ich sorge dafür, dass ich mich nicht mit zuviel Arbeit oder zuwenig Schlaf davon abhalte mich um meine Belange zu kümmern. Ich sollte dieses Kleingedruckte ganz groß schreiben, dass könnte ein gutes Etappenziel sein. Denn da hänge ich ja noch voll drin, halbvoll. Mit der Zeit für mich wird alles andere von alleine kommen, es braucht keinen extra Anschub.

Wohin geht die Reise? Zum Frau sein? Zum Mensch sein im Körper einer Frau? Ich fühle mich seit - vielleicht hat es nach dem letzen Wochenende in Nusplingen angefangen? - weiblicher. Obwohl ich noch immer nicht definieren kann, was das eigentlich ist. Mein Busen wächst, das schon seit ca 1 Jahr, nur fällt es mir jetzt auf. Und des gefällt mir auch. Aber das ist es nicht alleine. Auch innerlich ist etwas anders, auch wenn ich noch nicht das Bedürfnis habe, wieder eine Beziehung zu wollen. Andrea fiel vor 2 Tagen auf, dass ich ganz anders aussehen würde, als vor 2 Monaten, wo sie mich kennen gelernt hätte. Irgendwie sei ich weiblicher. Also nicht nur im Innen anders, sondern auch im Außen? Wenn ich in den Spiegel schaue, denke ich öfters: Du siehst jung aus! Sonst sah ich immer nur - wenn ich überhaupt etwas wahrgenommen habe - die tiefen schwarzen Ringe unter den Augen. Was immer da jetzt auch zu bedeuten hat, egal, auf jeden Fall wird gerade etwas anders.

Es wird nun doch eine sanftere Reise. Na ja, die nächsten Stromschnellen kommen bestimmt auch wieder.